Bisher ging es um gefälschte Sprachzertifikate in tausenden Fällen und allgemein organisierten Betrug rund um die Einbürgerungen, etwa Absprachen zwischen Mitarbeitern und Antragstellern in Berlin. In der Diskussion ging es aber schon zuvor immer wieder um die erwiesene Inkompetenz bei der Ausweisung von Schwerstkriminellen und sonstwie abgelehnten Asylbewerbern, etwa in den Fällen wie dem Messermord von Brokstedt und anderen. Die Ausländerämter in Deutschland bieten aktuell offene Flanken zur Genüge – und die werden ausgenutzt. Zuerst natürlich von der natürlichen Klientel der Ämter, den Ausländern, die sich in Deutschland zum Teil gezielt Vorteile verschaffen wollen.
Nun deckt das Fernsehmagazin RTL extra einen weiteren Baustein im Versagen der Ausländerämter auf. „Situationsberichte“ aus der Ausländerbehörde Düsseldorf bieten einen konkreten Blick in NRW-Amtsstuben über mehrere Jahre. Es ist ein Bild langjähriger Dekadenz, das im Jahr 2022 beginnt und vorläufig im Mai 2025 endet. Verfasst haben die Berichte teils der Leiter der kommunalen Ausländerbehörde, teils einzelne Mitarbeiter.
Da ist die Rede von einem Mangel an vollumfänglich in ihren Aufgabenbereich eingearbeiteten Mitarbeitern: „Gerade einmal 2-3 Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen“ seien „soweit eingearbeitet, dass sie ihren Aufgabenbereich umfänglich beherrschen“, heißt es laut ntv in einem der Schreiben. Die Düsseldorfer Behörde sei, „wie fast alle Ausländerbehörden im gesamten Bundesgebiet, chronisch unterbesetzt“. Das bedeutet, dass Teamleitungen ihre Untergebenen nicht mehr schulen. Die Arbeit läuft offenbar irgendwie weiter, ohne Rücksicht auf Verlust. Daneben fehlte es an „Nachkontrollen von Bearbeitungen“, Fehler wurden nicht bemerkt. Man stellt sich aber die Frage, ob das der Behördenhierarchie wirklich so egal ist, wie es hier klingt, oder ob man nicht doch von (ganz) oben auf die Unordnung gesetzt hat, eben um nicht immer alles korrekt machen zu müssen.
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