Mehr als 13 Jahre Bürgerkrieg – und plötzlich ist alles vorbei. Wie ein Kartenhaus kollabiert das Assad-Regime in Syrien, quasi über Nacht. Innerhalb weniger Tage zerbricht eine Ordnung, die viele schon als stabilisiert betrachtet hatten.
Im Westen waren sich viele sicher, dass Assad den Bürgerkrieg für sich entschieden hatte – die letzten Tage zeigen, dass das immer ein Trugschluss war. Und die Bilder von feiernden Syrern in den Straßen der Großstädte unterstreichen, dass die Anti-Assad-Stimmung nie wirklich weg war. Nichtmal die Soldaten der syrischen Armee wollten für ihren Oberbefehlshaber kämpfen, sie übergaben ganze Städte kampflos an die Rebellen. Jetzt ist Assad geflohen, seine Familie befindet sich Berichten zufolge bereits in Russland.
Assad war ein Diktator und ein Schlächter – er führte über ein Jahrzehnt einen brutalen Krieg gegen das eigene Volk, auch mit Massenvernichtungswaffen, beging unzählige Kriegsverbrechen und regierte auch vor dem Bürgerkrieg einen Staat, der von Willkür, Repression und Angst lebte. Aber wird das, was jetzt kommt, wirklich besser?
Viele hatten den Bürgerkrieg in Syrien fälschlicherweise als beendet betrachtet. Apollo News berichtete im September bereits ausführlich über das „Pulverfass Syrien“ und die verkannte Instabilität im Land. Das laufende Jahr war gewaltvoll wie lange nicht mehr, die Zahl der getöteten Zivilisten stieg ebenfalls seit Jahren wieder an. Die scheinbare Stabilität war eben nur das – scheinbar. Und der plötzliche Vormarsch der Rebellen kam auch nicht aus dem Nichts. Die islamistischen Rebellen haben die letzten Jahre zur Institutionalisierung und Kooperation genutzt, um Bündnisse zu schmieden und sich zu disziplinieren.
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