„Es reicht nicht, dass wir uns nur verteidigen. Wir müssen auch über offensive Kapazitäten verfügen“, sagte die finnische EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen zum Thema der Cyberbedrohung am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz gegenüber Politico. Damit spricht die Politikerin erstmals offen über die Möglichkeit, bei Cyberangriffen Gegenangriffe zu starten. Dieses Vorgehen, auch „Hacking Back“ genannt, wurde lange Zeit wegen der Sorge vor einer dann stattfindenden Eskalation abgelehnt.
Doch mittlerweile sind mehrere europäische Staaten, darunter auch Deutschland, offen für solche Cyberangriffe. Besonders Russland und China sind für diese Angriffe verantwortlich. Neben Angriffen auf den Staat, wie beispielsweise bei einem Hackerangriff auf den Bundestag im Jahr 2015, der wohl aus Russland stammte, sind auch immer häufiger Unternehmen im Rahmen der Industriespionage betroffen. Einer Studie von Bitkom zufolge sind 87 Prozent der Unternehmen in Deutschland von Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage betroffen. Besonders häufig führen dabei die Spuren nach China und Russland.
Auch aus dem Westen gab es in der Vergangenheit wohl Cyberangriffe. Das wohl bekannteste Beispiel für einen möglichen Cyberangriff ist der Computerwurm Stuxnet, der 2010 die Zentrifugen des iranischen Atomprogramms zerstörte. Als Urheber des Computerwurms gelten die USA und Israel. Eine offizielle Bestätigung aus den beiden Ländern gibt es jedoch nicht.
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