Christian Lindner hat pikiert auf das Verhalten seiner Koalitionspartner reagiert, die mit streitbaren Vorschlägen zur Wirtschaftspolitik an die Öffentlichkeit gegangen sind. „Nein, die Vorschläge von Herrn Scholz waren nicht abgestimmt und die von Herrn Habeck auch nicht“, sagte er im Heute-Journal mit Blick auf die jüngste wirtschaftspolitischen Vorstöße der beiden. „Wir reden miteinander, aber diese Vorschläge kenne ich nicht. Und das ist für sich genommen ein Problem“.
Olaf Scholz hatte vergangene Woche im Bundestag eine Offensive für die Industriepolitik angekündigt. Der Kanzler will Arbeitgebervertreter, Gewerkschaften und Verbände zu einem Industriegipfel ins Kanzleramt einladen, um über Wege aus der Wirtschaftskrise zu sprechen. Dieser Vorschlag schien in der Koalition nicht abgestimmt gewesen zu sein – zumindest Lindner wusste davon offenbar nichts.
Auch die Vorschläge von Wirtschaftsminister Habeck überraschten den Finanzminister – von Habecks Papier, indem er diverse Ideen für eine „Modernisierungsagenda“ skizzierte (lesen Sie hier mehr), erfuhr Lindner aus den Medien, auf Reisen in New York. Aus der Ferne konnte der überrumpelte Liberale nur feststellen: „Das ist schon ein Hammer“. Aber da stand er hilflos im Abseits – die Ampel macht Politik längst ohne Lindner.
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