„Handelskrieg“, „Verfassungsbruch“, „Feind der Demokratie“:
So haben deutsche Medien Donald Trump den Krieg erklärt

vor mehr als 1 Jahr

„Handelskrieg“, „Verfassungsbruch“, „Feind der Demokratie“:
So haben deutsche Medien Donald Trump den Krieg erklärt
Bildquelle: NiUS

Es geht wieder los: Auf breiter Front ist ein mediales Sperrfeuer gegen Donald Trump eröffnet worden, das keinen Raum für Zweifel oder Differenzierung bietet. In diesem Krieg wird jedes Verständnis für den Feind als Verrat begriffen, irgendwie und vielleicht zum Wohle aller mit ihm auszukommen, scheint kein legitimes Anliegen zu sein. Die einzige Frage ist: Was können wir gegen ihn tun?

Vier Jahre lang haben die deutschen Leidmedien (kein Tippfehler) aus allen Rohren gegen Donald Trump geschossen, haben täglich gewarnt und gezetert und jede Mücke zum Elefanten aufgeblasen. Dann schwiegen dreieinhalb Jahre lang die Waffen, bevor es in Trumps dritten Präsidentschaftswahlkampf ging, den die deutsche Presse spektakulär an der Seite von Kamala Harris verlor.Der erste Schock ist überwunden, seit dem 20. Januar dient der 47. Präsident der Vereinigten Staaten wieder rund um die Uhr als Hau-den-Lukas. Nichts kann Trump unseren Journalisten recht machen, alles, was er macht oder plant, ist falsch, böse, illegal. Aus der Erfahrung, dass das besinnungslose Eindreschen auf einen Mann, der offenbar einer Mehrheit der Menschen aus dem Herzen spricht, genau das Gegenteil der erwünschten Reaktion bewirkt, hat man, so scheint es, rein gar nichts gelernt.

Jetzt ist er nun mal da, und ratsam wäre es eigentlich, sich irgendwie mit ihm ins Benehmen zu setzen, statt ihn zum Feind zu erklären. Entsprechende Stimmen sind jedoch in der veröffentlichten Meinung rar, und wenn, dann bekommen sie keinen Applaus. Hat man jemals einen Bericht gesehen, in dem Trumps Erfolge aus seiner ersten Amtszeit hervorgehoben worden wären, die es ja zweifellos gab? Sitzen ausgesprochene Anhänger Trumps in einer Talkshow? Und wenn einer sich positiv über Trump äußerte – wagte es jemand im Publikum, Beifall zu spenden? Statt dessen wird im Chor gefragt: „Wie schlimm wird es?“

Ursula von der Leyen warnte nicht, wie überall fabuliert, vor einem „Handelskrieg“.

Die Medien sind im Kampfmodus – ja im Kriegsmodus. Vor kurzem sprach die EU-Kommissionspräsidentin beim World Economic Forum in Davos. „Von der Leyen warnt Trump vor Handelskrieg“ hieß die Schlagzeile prompt bei der Deutschen Welle, dem MDR, der Süddeutschen Zeitung, dem Deutschlandfunk – dabei hatte Ursula von der Leyen Trump in ihrer 25-minütigen Rede nicht ein einziges Mal erwähnt, und ebenso wenig einen „Handelskrieg“. Stattdessen sprach sie von engen Verflechtungen der Volkswirtschaften und einem Handelsvolumen von 1,5 Billionen Euro. Wichtig sei jetzt, frühzeitig in Kontakt zu treten, gemeinsame Interessen zu erörtern und Verhandlungsbereitschaft zu zeigen.

Mit tatsächlich Gesagtem und auch mit der Wahrheit an sich nimmt man es nicht zu genau, wenn es gilt, dem erklärten Feind in Washington Saures zu geben. Fragt sich nur, wem das nützen soll: Die Amerikaner haben ihre Entscheidung getroffen, und in Deutschland kann man das nicht ändern. Nur weiter verhindern, dass eine Politik der Vernunft, die der US-Präsident angekündigt hat, früher oder später nach Europa ausstrahlen könnte. So wird nicht das Problem der illegalen Einwanderung in den USA beleuchtet (11 Millionen Menschen leben dort ohne Papiere), schon gar nicht die Kriminalität vieler Migranten – sondern das Augenmerk ruht auf dem Schicksal der Menschen, die irgendwie in die USA gelangen wollten.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von NiUS

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von NiUS zu lesen.

Weitere Artikel