Woke Kommissare, unschuldig verdächtigter Ausländer, und am Ende war’s der biodeutsche Unternehmer: Der ARD-„Tatort“ vom Ostermontag bestätigt alle Klischees, die sich über die Jahre im Zusammenhang mit dieser einst kultigen Krimireihe verfestigt haben.
In der Wirklichkeit ist das so: Laut Kriminalitätsstatistik sind untere Schichten deutlich stärker repräsentiert als Angehörige von Mittel- oder Oberschicht, Ausländer deutlich überrepräsentiert. Im „Tatort“ ist es umgekehrt: Da sind, wie eine Untersuchung ergab, Unternehmer, Manager oder Selbstständige die Übeltäter, gefolgt von Berufsverbrechern und Polizisten (!).
So auch diesmal. „Im Wahn“ (Regie: Viviane Andereggen) beginnt mit einer dreiminütigen Sequenz, die am Hauptbahnhof Hannover spielt. Kommissar Zufall kann die Statisten nicht ausgewählt haben, anders ist nicht zu erklären, warum sich fast ausschließlich Weißbrote durch die Szenerie bewegen. Oder hat man die Passage in Budapest gedreht? Egal, mit der Realität an deutschen Bahnhöfen hat das, was der ARD-Zuschauer zu sehen bekommt, nichts zu tun.
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