Historisch? Eliten-Baby im Bundestag

vor 9 Monaten

Historisch? Eliten-Baby im Bundestag
Bildquelle: Tichys Einblick

Es hätte auch einfach eine Randnotiz sein können: „Erste Frau, Mutter, Abgeordnete mit Baby im Bundestag.“ Nett, freundlich, applauswürdig allein schon für den Mut, sich so verletzlich zu zeigen. Nicht nur als Frau, nicht nur als Politikerin, sondern auch als Mutter, die weiß, dass ein Säugling jederzeit schreien oder unruhig werden kann.

Zweifellos sollte dies die Sichtbarkeit von Müttern signalisieren. Doch schon beim Blick in die Medien scheiden sich die Geister: für die einen ein Akt des Mutes, für die anderen unzumutbar für das Kind. Eine Debatte darüber mag sinnvoll sein. Darüber kann man diskutieren, und dies ist der Knackpunkt: muss man aber nicht.

Doch nun wird es in den Medien als „historisch“ gefeiert und ich persönlich denke: Das soll historisch sein? Denn neben echten historischen Momenten wirkt diese Inszenierung fast absurd. Ich möchte deswegen ein paar symbolträchtige historische Momente nennen.

Historische Momente in Deutschland zeichneten sich durch ihre Symbolkraft und ihre Wirkung aus, denn genau das macht sie historisch. Zum Beispiel die Einführung des Frauenwahlrechts 1918, erkämpft durch Proteste und Demonstrationen, das Frauen politisch gleichstellte; die friedliche Revolution in der DDR 1989, Montagsdemonstrationen und Kerzenlichter, die den Sturz eines autoritären Systems auslösten; der Mauerfall 1989, als Menschen die Berliner Mauer Stück für Stück niederreißen. Ein Bild für die Welt, das zugleich die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte. Ein negatives Beispiel darf es auch geben: das Angela-Merkel-Selfie 2015 – alles Bilder mit enormen Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft.

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