Drei Monate nach dem gigantischen Stromausfall im Berliner Südwesten kommen die Erstattungen für Hotelkosten nur schleppend voran. Von 2.881 eingereichten Anträgen seien bislang rund 700 ausgezahlt oder positiv beschieden worden, teilte der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Tim Richter (CDU), der Deutschen Presse-Agentur mit. Bei weiteren 780 Anträgen laufe die Bearbeitung noch. Antragsteller müssten teils Unterlagen oder Angaben zu ihrem Hotelaufenthalt nachreichen.
Zu dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz, von dem 45.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe betroffen waren, hatte sich eine linksextreme „Vulkangruppe“ bekannt. Ein entsprechendes Bekennerschreiben hatte die Berliner Polizei damals für plausibel gehalten. Zu dem Stromausfall kam es, weil eine Kabelbrücke am Morgen des 3. Januar angezündet wurde. Erst am 7. Januar konnte die Versorgung wiederhergestellt werden.
In der Folge waren viele Betroffene in Hotels gezogen. Der Berliner Senat hatte während des Ausfalls zugesagt, die Kosten für die Übernachtungen zu übernehmen. „Wir kommen langsam vor die Lage“, sagte Richter nun gegenüber der dpa. Der Aufbau eines rechtssicheren und gleichzeitig unkomplizierten Verfahrens habe Zeit gebraucht, da der Bezirk als ausführende Ebene hier Neuland betrete, erklärte Richter dazu.
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