Deutschland leidet unter Papiermangel, zumindest wenn man der Bundeswahlleiterin glauben darf. Eine Neuwahl im Januar ist ihrer Ansicht nach nur schwer möglich, da Papier fehlen würde, um die Stimmzettel zu bedrucken. Ein Blick auf die Zahlen zeigt jedoch, dass unsere Wirtschaft durchaus in der Lage sein sollte, die Wahlzettel bereitzustellen, und wir aufgrund der Verfahrensweise nicht einmal auf die deutsche Papierindustrie angewiesen sind.
In Deutschland müssen für die anstehende Bundestagswahl 280 verschiedene Wahlzettel gedruckt werden, da jeder Wahlkreis einen individuellen Wahlzettel bekommt. Den Druck der Wahlzettel übernimmt die Privatwirtschaft, die sich auf die Ausschreibungen bewerben kann. Dabei gibt es nicht eine zentrale Ausschreibung, sondern jedes Bundesland macht seine eigene europaweite Ausschreibung. Eine Aufteilung in mehrere Lose ist dabei möglich.
Es geht also schlichtweg um die Frage, ob es in Europa eine oder mehrere Druckereien gibt, die für die etwas mehr als 61 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland einen Stimmzettel drucken können und sich das Papier aus einer Papierfabrik besorgen können. Es handelt sich auch nicht um Unmengen an Papier. 433 Tonnen Papier wurden für die Stimmzettel bei der Bundestagswahl 2013 benötigt, gab das Statistische Bundesamt an. Da die Zahl der Wahlberechtigten seit der Wahl nicht gestiegen ist, sondern eher leicht rückläufig ist, dürfte es auch bei einer Wahl im Januar nur um eine Menge in dieser Größenordnung gehen.
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