Am 26. November veröffentlicht Altkanzlerin Angela Merkel ihre Autobiografie mit dem Titel „Freiheit“. In der Zeit können nun erstmals Auszüge ihres Buches gelesen werden. Der Artikel in der Zeit beginnt mit einem Auszug, in dem Merkel ihre Kindheit und ihr Aufwachsen in der DDR beschreibt. In dem autoritären System hätte ihre Familie ihr viele „Schutzräume“ ermöglicht. Ihr Dasein in der DDR hätte dennoch „einem ständigen Leben auf der Kante“ geglichen. „Begann ein Tag auch noch so unbekümmert, konnte sich alles durch das Übertreten politischer Begrenzungen in Sekundenschnelle verändern und die Existenz gefährden.“
Auffällig jedoch ist, dass Merkel, deren Vater 1954 von Hamburg in die DDR übersiedelte, kaum persönliche Erlebnisse beschreibt, in denen sie mit dem Staat in Konflikt gekommen wäre. Nur in einem Fall beschreibt sie, dass sie aus einer Pflichtvorlesung über den Marxismus-Leninismus herausgeflogen wäre. Sie hätte während der Vorlesung Physik-Aufgaben gelöst. Der Professor hätte sie aufgrund dieses unaufmerksamen Verhaltens schließlich des Hörsaals verwiesen.
Zudem beklagt sich Merkel darüber, dass es als Frau sehr schwer gewesen sei, in der westdeutschen Politik Fuß zu fassen. 2005 hätte es „bis tief in die Reihen der Frauen hinein“ Zweifel daran gegeben, ob die Zeit für eine Bundeskanzlerin reif sei. „Frau zu sein, das spürte ich, war definitiv kein Vorteil“, so Merkel. Auch führt Merkel kurz zu der legendären Elefantenrunde nach der Bundestagswahl 2005 aus, in der Gerhard Schröder trotz Wahlniederlage seinen Anspruch auf die Kanzlerschaft vehement verteidigte. „Ich bezweifelte sehr, ob Gerhard Schröder einem Mann gegenüber genauso aufgetreten wäre“, so die Altkanzlerin in ihrem Buch.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











