“Mitlaffa ohne Denken ko heut nia guat sei, aa ned für a guate Sach.” So singt Konstantin Wecker in seiner Hymne “Willy”. Wenn es Mode sei, für die gute Sache zu kämpfen, dürfe man den Mitläufern den guten Willen nicht abkaufen. Und wenn man ehrlich ist: Das gleiche mulmige Gefühl, das Weckers Willy bei den Weltverbesserern der 68er hatte, das musste auch jeder haben, der die Solidarität verfolgte, die Deutschland mit Israel inszenierte: “A bisserl a laus Gfühl habn ma doch damals scho ghabt, wega de ganzen Glätzen, die einfach mitglaffa san, weils aufgeht.”
Diese Inszenierung wurde bereits nach der Abwahl von Helmut Kohl immer mehr als Inszenierung deutlich. In den 27 Jahren danach war die SPD 23 Jahre an der Bundesregierung beteiligt. Zehn Jahre davon stellte sie den Bundeskanzler. Unter ihren Außenministern Frank-Walter Steinmeier und Heiko Maas hat Deutschland wie besessen in den Vereinten Nationen Resolutionen gegen Israel zugestimmt, aber nichts gegen islamische Diktaturen wie den Iran oder Saudi-Arabien unternommen. Immer mit dem Ersten Gebot der Heuchler auf den Lippen: “Israel hat das Recht sich zu verteidigen, aber…”
Steinmeiers Liebe zum Iran ging so weit, dass er als Bundespräsident den Homosexuellen-Henkern der Diktatur, zum Jahrestag ihrer Machtergreifung gratulierte. Als die Öffentlichkeit dem Sozialdemokraten zeigte, dass er zu früh zu ehrlich war, ruderte er zurück, das sei nur ein Missverständnis gewesen. Nicht das erste Mal. Geistig groß geworden – oder klein geblieben – ist Steinmeier im Sumpf des Salonbolschewismus deutscher Universitäten. Um dann später Karriere zu machen, hat er seinen Kommunismus zu Gunsten von “Unsere Demokratie”-Rhetorik weggedrückt. Um mitzulaufen. Weil’s aufgeht.
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