Jan Böhmermann und seine „Gruppe Royale“ erobern das Haus der Kulturen der Welt (HKW). Vom 27. September bis 19. Oktober 2025 verwandeln sie die Bundesinstitution unter dem Titel „Die Möglichkeit der Unvernunft“ in ein dreiwöchiges Experimentierfeld aus Ausstellung, Konzerten und Gesprächsrunden. Natürlich mit links-ideologischer Schlagseite und unterstützt durch Steuergeld. Gastgeber ist Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der dem Kanzleramt direkt unterstellt ist.
Der gewählte Ort unterstreicht diesen verlautbarten Anspruch. Das HKW, 1957 von den USA als Kongresshalle an West-Berlin gestiftet und wegen seiner auffälligen Form im Volksmund „Schwangere Auster“ genannt, liegt zwischen Kanzleramt, Reichstag und Schloss Bellevue. „Das Haus der Kulturen der Welt ist ein Geschäftsbereich der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH“, heißt es im Impressum auf der Webseite der „Auster“.
Im Rahmen der Böhmermann-Veranstaltung wird es am 7. Oktober ein Konzert geben, bei dem Musiker auftreten, die sich demonstrativ pro-palästinensisch positioniert haben. Ausgerechnet am zweiten Jahrestag des islamistischen Massakers der palästinensischen Terrororganisation Hamas in Israel, bei dem über 1.100 Menschen ermordet und 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden.
Finanziert wird das HKW aktuell über die KBB (Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH), die aktuell mit rund 57 Millionen Euro aus dem Haushalt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, gefördert werden. Weimer ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der KKB. Ein weiterer Geschäftsbereich der KBB ist auch die Berlinale, für die sich der Kulturstaatsminister ausdrücklich zuständig fühlt.
Nun erklärt das Kulturstaatsministerium: „Die Ausstellung erhält keine Förderung durch den BKM“, obwohl eine eindeutige Unterstützung durch die von ihm geförderte KBB erfolgt. Zusätzlich heißt es auf der Webseite des HKW: „Das Haus der Kulturen der Welt wird institutionell gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.“
Auch „Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien“ findet sich auf den Grafiken der Ausstellung.
Demnach trägt Wolfram Weimer, da er zuständig für die vom KKB geförderte Berlinale ist, auch die Verantwortung für die Veranstaltungen des Hauses der Kulturen der Welt. Das dort ausgerechnet am 7. Oktober stattfindende Konzert mit antiisraelischen Agitatoren auf der Bühne steht in diametralem Kontrast zu Weimers Ankündigung vor wenigen Tagen, eine Art Klausel gegen Antisemitismus bei der Kulturförderung zu planen.
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