Der Ursprung des Sars-CoV-2-Virus, das zur weltweiten Coronapandemie geführt hat, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. Die angesehenste Theorie war lange Zeit, dass das Virus von einer Fledermaus auf einen Menschen übertragen worden sein soll, der dann weitere Menschen ansteckte. Die Labortheorie wurde, obwohl es keine eindeutigen Beweise für den natürlichen Ursprung gab, bereits frühzeitig bekämpft. Im sogenannten Lancet-Brief, der von 27 Wissenschaftlern, darunter auch Drosten, unterschrieben wurde, wird die Labortheorie als Verschwörungstheorie gebrandmarkt.
2022 äußerte sich Drosten dann erstmals selbstkritisch in einem Interview mit dem schweizer Tagesanzeiger zu seiner Unterschrift unter dem Lancet-Brief, der die Labortheorie als Verschwörungstheorie brandmarkt. Damals kam heraus, dass im Forschungsinstitut in Wuhan Experimente mit Viren durchgeführt wurden. Hätte Drosten von den Experimenten gewusst, hätte er nach eigenen Aussagen erst einmal in Wuhan nachgefragt, bevor er den Brief unterschrieben hat. An der Theorie des natürlichen Ursprungs hielt er in dem Interview dennoch fest, da es keine Beweise für eine Labortheorie gab. In einem Interview mit der taz äußert sich Virologe Christian Drosten erneut zur Frage des Ursprungs des Virus und klingt dabei ganz anders.
Drosten hält einen natürlichen Ursprung nun zwar „immer noch für wahrscheinlich“, aber jetzt kommen bei ihm Zweifel auf. Der Virologe kennt die Fähigkeiten seiner chinesischen Kollegen und auch die Leiterin des Forschungsinstituts in Wuhan. Seiner Ansicht nach haben die chinesischen Wissenschaftler die Möglichkeit, den natürlichen Ursprung des Virus nachzuweisen, haben dies jedoch bisher noch nicht getan.
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