Das Jobcenter macht seinen eigenen Job nicht richtig: Im vergangenen Jahr standen den Jobcentern 10,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Doch wie nun eine Studie der Bertelsmann Stiftung ergab, wurde das ganze Geld bei weitem nicht in die eigentlichen Aufgaben gesteckt – genau gesagt nur 3,8 Milliarden. 6,5 Milliarden sollen in die Verwaltung geflossen sein – das sind fast zwei Drittel.
In einigen Centern sollen Verwaltungskosten sogar bis zu 71 Prozent der Gelder beansprucht haben. Die Aufteilung der zugewiesenen Mittel zwischen der Verwaltung und der Arbeitsförderung bleibt den Centern selbst überlassen. Die Jobcenter selbst führen die Umschichtung auf Verwaltungsmittel auf eine unzureichende Ausstattung der Verwaltung zurück.
„Wie viele Menschen die Jobcenter am Ende in Arbeit bringen, spielt eine untergeordnete Rolle“, kommentiert der Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung. Das Problem ist nicht neu. Bereits seit Jahren liegen die Center mit ihren Mitteln, die sie für Verwaltung aufwenden, weit über dem Soll-Wert und umgekehrt mit den für Eingliederung in den Arbeitsmarkt aufgewendeten Mitteln weit darunter. Eine „Notwendigkeit für Anpassungen“ sehe das Bundesministerium für Arbeit und Soziales jedoch nicht.
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