Sie meldet sich zu jedem Thema zu Wort, wird ständig befragt, zitiert, im Privatleben begleitet: Die Ex-Grünen-Chefin ist medial dauerpräsent, seit ihrem Rücktritt noch penetranter als zuvor. Ihr Neustart samt Gewichtsabnahme inklusive ihrer Teilnahme an einem Halbmarathon wird bewusst und breitflächig vermittelt. Eine PR-Kampagne, die nur zu gern mitgemacht wird.
Ja, ist denn schon Sommerloch?! Am Sonntag tat sich ja eigentlich ein bisschen was auf der Welt, sollte man meinen. In der Straße von Hormus, in der Koalition, in Ungarn. Doch unsere Hauptstrommedien haben noch ganz andere Ereignisse auf dem Schirm: etwa einen vor der Ostseeküste gestrandeten Buckelwal, den man einfach nicht in Ruhe sterben lassen will. In Echtzeit erfahren wir, was „Timmy“ gerade macht. Er wird bewässert. Er atmet. Er stößt eine Fontäne aus. Er kommt frei. Er schwimmt weg. Oh nein, er kommt wieder …
Am Sonntag wurde der arme Wal dann aber aus den Schlagzeilen verdrängt – von Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang. Sie nahm nämlich mit der Nummer 32399 am Halbmarathon in Hannover teil. Offenbar besaß dieser Umstand einen enormen Nachrichtenwert. Grüne, die nach Erreichen eines gewissen Kampfgewichts den langen Lauf zu sich selbst antreten, sind seit den Zeiten Joschka Fischers im Trend.
Der Countdown beginnt: Ricarda plant Unerhörtes.
„Für die rund 21 Kilometer lange Strecke brauchte die 32-Jährige nach Angaben auf der Veranstaltungs-Homepage ab dem offiziellen Start drei Stunden und rund 16 Minuten. Die Netto-Laufzeit, die erst ab dem Überlaufen der Startlinie zählt, lag demnach bei zwei Stunden und rund 26 Minuten“, berichtete das ehemalige „Sturmgeschütz der Demokratie“, Der Spiegel. Ja, und wo ist er nun, der Bus mit den Leuten, die das interessiert?
Ja, wo läuft sie denn? Und wann genau geht’s los?
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