„Ich erwache jeden Tag in einem politischen Alptraum“, sagt ein CDU-Mittelständler aus Hessen. In Hessen regiert die Union. Seine Welt sollte also eigentlich in Ordnung sein. „So kurios es klingt“, sagt er, „mein Problem hat einen Namen: Friedrich Merz!“
So wie ihm geht es derzeit vielen in CDU und CSU. Zweifel an Merz gab es immer, spätestens, seit er 2022 ein Gespräch mit dem konservativen US-Senator Lindsey Graham aus Sorge um das öffentliche Echo absagte und wenig später Frauenquoten in der CDU einführen ließ, schüttelten gerade seine engagiertesten Unterstützer immer wieder ungläubig den Kopf.
Nach Merz’ Alleingang beim Waffenboykott gegen Israel sprechen viele seiner vormaligen Anhänger offen vom Bruch mit dem Kanzler. „Wer wird zum Jahresende Bundeskanzler sein?“, fragt etwa Thorsten Alsleben, Chef der „Initiative neue soziale Marktwirtschaft“ (INSM) und einer der ehemals glühendsten Anhänger und Unterstützer Merz’ jetzt in einem Post auf X.
Am Montag legte Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) scheinbar beiläufig auf X mit einer unverkennbar brutalen Attacke auf Merz nach: „Die Position der CDU Hessen ist glasklar: Wir stehen uneingeschränkt an der Seite Israels. Die Sicherheit Israels ist und bleibt deutsche Staatsräson. Wir unterstützen deshalb das Recht Israels, der einzigen Demokratie in der Region, auf Selbstverteidigung gegen den Terror.“ Weiter schreibt er: „Dafür gehört für mich auch sehr klar, Israel militärisch zu unterstützen.“
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