Luisa Neubauer lebt noch in apokalyptischen Vorstellungen, denen inzwischen selbst Bill Gates, ihr langjähriger Verbündeter, die Gefolgschaft verweigert. Er vertritt nun einen Klima-Realismus, der jahrelang als „Klimaleugnung“ bekämpft, sanktioniert und unterdrückt wurde. Gates, ein globaler Unterstützer zahlreicher Klimaprojekte, forderte kürzlich ein grundlegendes Umdenken:
„Es gibt eine düstere Sichtweise auf den Klimawandel, die folgendermaßen lautet: In wenigen Jahrzehnten wird ein katastrophaler Klimawandel die Zivilisation auslöschen. Die Beweise dafür sind überall – man muss sich nur die Hitzewellen und Stürme ansehen, die durch die steigenden globalen Temperaturen verursacht werden. Nichts ist wichtiger, als den Temperaturanstieg zu begrenzen.“
Diese Sichtweise sei „glücklicherweise falsch“. Sie führe dazu, „dass sich ein Großteil der Klimagemeinschaft zu sehr auf kurzfristige Emissionsziele konzentriert und Ressourcen von den wirksamsten Maßnahmen ablenkt, die wir ergreifen sollten, um das Leben in einer sich erwärmenden Welt zu verbessern“.
Es sei „noch nicht zu spät, eine andere Sichtweise einzunehmen und unsere Strategien im Umgang mit dem Klimawandel anzupassen“. Im Mittelpunkt solle nun die „Verbesserung der Lebensbedingungen“ stehen. Oder – wie die taz enttäuscht resümierte: „Das 1,5-Grad-Ziel kann weg. Zumindest, wenn es nach Tech-Milliardär Bill Gates geht.“
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