Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, über die Grenzen der Stadt hinaus durch ihre „Armlänge Abstand“-Aussage bekannt geworden die Frauen einzuhalten haben, um sich vor Vergewaltigung zu schützen, hat eine bekannte, von ihr selbst zu lange ignorierte Wahrheit ausgesprochen: Köln verkommt zunehmend zur failed city. Ihre Aussage über die „zunehmende Verwahrlosung“ wurde jedoch von den Kölner Parteien scharf kritisiert. Die Reaktion von Reker, die politisch in Köln verantwortlich ist, wirft erneut ein mehr als bezeichnendes Licht auf die jahrelange Untätigkeit ihrer Verwaltung. Unter Rekers Führung hat sich die Stadt immer weiter in eine Richtung bewegt, in der die Probleme überhandnahmen, während Lösungen entweder nicht vorhanden oder wirkungslos blieben.
Es ist paradox, dass gerade diejenige, die als Oberbürgermeisterin den Zustand der Stadt am besten hätte beeinflussen können, nun mit ihrer „Verwahrlosungs“-Aussage auf das Chaos hinweist, das sie selbst durch eine Jahrzehnte dauernde verfehlte Politik mitzuverantworten hat. Die wachsende Zahl von Obdachlosen, der Drogenhandel in den Straßen, die innere Sicherheit sowie die allgemein sinkende Lebensqualität sind die unmittelbaren Folgen einer Politik, die schlichtweg versäumt hat, vorrangige Bedürfnisse der Bürger ihrer Stadt zu verantworten.
Rekers eigene Antwort auf die Lage erscheint, was auch sonst, indes wieder einmal mehr als unzureichend. Sie fordert ein „zukunftsfähiges, handlungsfähiges Köln“, was sich abermals als hohle Phrase inmitten einer handlungsunfähigen Verwaltung ausnimmt. Jahrelang hat sie versäumt, die nötigen Schritte zur Bekämpfung von Drogenkriminalität, Obdachlosigkeit und der Zunahme von kriminellen Strukturen zu unternehmen, die sich in Köln immer weiter breitmachten. Stattdessen wurden immer wieder neue Projekte angekündigt, die an der Oberfläche kratzen, während der wahre Kern der Probleme weiterhin unbeachtet und unbearbeitet blieb.
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