Kommt jetzt die goldene Zeit für Silber?

vor etwa 1 Jahr

Kommt jetzt die goldene Zeit für Silber?
Bildquelle: Tichys Einblick

Dass sich Gold hervorragend als Mittel zur Wertaufbewahrung eignet, gerade in Zeiten von Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen. Der Preis für das gelbe Metall erreichte 2025 neue Rekordmarken, ein Unzenpreis von 3.500 Dollar bis zum Jahresende erscheint vielen Marktbeobachtern realistisch. Das andere Edelmetall blieb dagegen lange unbeachtet, gerade von Kleinanlegern: Silber. Dessen Preis blieb hinter der steilen Goldkurve lange Zeit zurück. Das Weißmetall dient Zentralbanken nicht als Reserve, außerdem hängt sein Wert – anders als bei Gold – sehr stark von der industriellen Nachfrage ab.

In den letzten Wochen stieg der Silberkurs allerdings kräftig an, auf über 36 Dollar beziehungsweise 32 Euro je Unze. Diesen Wert erreichte das Metall in den vergangenen zehn Jahren nur einmal, 2024 – allerdings nur für kurze Zeit. Der Anstieg in diesem Jahr zeichnet sich dagegen durch eine bemerkenswerte Stetigkeit aus. Seit Jahresbeginn 2025 können sich Silberbarren-Besitzer über einen Kursgewinn von 13,68 Prozent freuen, für die vergangenen fünf Jahre beläuft sich der Wertzuwachs sogar auf 107 Prozent. Erreicht die günstigere Alternative zum Gold demnächst sogar wieder das Allzeithoch von 50 Dollar? Lohnt sich der Einstieg also noch?

Für den Preisauftrieb gibt es mehrere Gründe, und sie sprechen alles in allem dafür, dass die Hausse weitergeht. Zum einen zieht die Nachfrage der Industrie deutlich an – und dieser Faktor wiederum bestimmt den Preis zu gut 60 Prozent. Silber leitet Strom besonders gut und verlustarm. Für hochwertige elektronische Bauteile gilt es als nahezu unverzichtbar. Es steckt in Solaranlagen, Rechnern und Mobiltelefonen; für Automobile, die sich mehr und mehr zu Computern auf Rädern entwickeln, spielt es ebenfalls eine große Rolle. Mit der Entwicklung des autonomen Fahrens dürfte der Silberanteil noch einmal zunehmen. Auch der weltweite Rüstungsboom wirkt sich auf die Nachfrage aus: Vor allem Drohnen – die Waffe, die den Krieg stärker revolutionierte als alles andere – brauchen das Metall, hauptsächlich für ihr sogenanntes EMI-Shield, den Abwehrmechanismus der fliegenden Kampfroboter gegen Störsignale.

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