Donald Trumps Zollhammer hat den Anleihenmarkt zwischenzeitlich in heftige Schwingungen versetzt. Selbst US-Staatsanleihen gerieten unter Verkaufsdruck, während die Flucht in Gold, Bitcoin sowie Reserveumschichtungen wachsende Risikoaversion signalisieren. Die Risse im Fundament der Finanzarchitektur sind nicht neu, Trump hat sie lediglich freigelegt. Stehen wir am Beginn einer Kreditkrise?
Verliert das Sicherungsobjekt eines Kredits – wie etwa US-Staatsanleihen – drastisch an Wert, droht dem Schuldner die Auflösung oder Neukalkulation des Kreditvertrags, gefolgt von einer möglichen Liquidation. Dies ist im Einzelfall tragisch, auf makroökonomischer Ebene kann eine Krise des Sicherungsobjekts zum Systemkollaps führen. Was wir in den Tagen nach der Veröffentlichung der US-Zölle an den Anleihenmärkten erlebt haben, erinnerte zeitweise an die Große Finanzmarktkrise vor anderthalb Jahrzehnten.
Auch jetzt übersetzt sich ein wachsender Vertrauensverlust der Kreditgeber in die Kreditwürdigkeit der Schuldner, im aktuellen Fall der Vereinigten Staaten, in Liquidationspanik. Alles drängt zeitgleich durch den Ausgang. So entstehen Airpockets, Märkte ohne Nachfrage, die Kursstürze nicht abfedern können. Diesem großen Inflektionspunkt gehen stets Zeiten hoher Volatilität voraus, wie wir sie nun beobachten konnten. Über den Wellen der Volatilität geraten sichere Häfen wie Gold oder selbst Bitcoin in Sichtweite von Investoren und Anlegern. Sie bieten Schutz gegenüber dem Ausfallrisiko von Drittparteien – ein Argument, das angesichts der Schuldenakzeleration weltweit noch eine Sonderkonjunktur erleben dürfte.
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