Es ist mehr ein Tuschel-Thema, weil kein Unternehmen gerne darüber spricht: Ladendiebstahl wird immer dreister in Deutschland.
Oft passiert es an den SB-Kassen. Dort, wo man mit der Kreditkarte abrechnet, nachdem man seine Waren auf eine Waage gelegt hat. Da die aber keine Augen hat und keinen Mund zum Sprechen, wandern viele Waren auf wunderliche Weise unbezahlt in Einkaufstaschen. Besonders gerne geklaut werden Kosmetik-Artikel, Schnaps, Rasierklingen. Weil die Supermärkte an den SB-Straßen kein Personal mehr stellen können, scheint es für Diebe nicht schwer zu sein, ihre heiße Ware an den Kassen vorbeizuschmuggeln.
Ein völlig neues Phänomen ist der Kaffee-Klau in Deutschlands Supermärkten. Kaffee ist wahnsinnig teuer geworden, der Preis stärker angestiegen als für andere Lebensmittel. Im April war der Bohnenkaffee um 12,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Weil immer öfter und dreister geklaut wird, können es sich viele Supermärkte nicht mehr leisten, ihre Kaffee-Angebote offen in den Regalen zu präsentieren. BZ machte Stichproben in Berlin. In einem Supermarkt in der Berliner Schloßstraße hängen nur noch Produktfotos von Kaffeepackungen in den Regalen. Möchte jemand Kaffee kaufen (soll ab und zu vorkommen), meldet er sich beim Personal, die gewünschte Menge wird dann hinterlegt.
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