Menschen, die die AfD gewählt haben, nicht auszugrenzen, sondern ihnen Verständnis entgegenzubringen – dafür spricht sich Tobias Bilz, der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), aus.
Wenige Tage ist es her, da hat Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, gesagt, wer die AfD wählt, könne nicht mit der Solidarität der katholischen Kirche rechnen. „Die Zeiten sind vorbei, in denen man einfach sagen konnte: Es sind die Unzufriedenen, die die AfD wählen, und mit denen muss man sehr maßvoll umgehen“, sagte er zu Beginn der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz.
Bilz sieht das anders. In einem Gastbeitrag bei Welt berichtet der Landesbischof von einem Freund, der ihm in einer Nachricht mitteilte, die AfD gewählt zu haben. Zuvor sei ihm noch kein AfD-Wähler bekannt gewesen. Und das, obwohl in den ländlichen Gegenden teilweise über 40 Prozent ihr Kreuz bei der Partei machen. Er erkennt eine Parallele zur DDR-Zeit: Was jemand wirklich denkt, erzählt er nur engen Vertrauten.
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