Ein paar Minuten lang hofft man tatsächlich, dass dies eine erfrischend andere Talk-Show werden könnte. Ausnahmsweise kein klassisches „Vier gegen Willy“, bei dem ein Mainstream-Rudel einen Außenseiter – bevorzugt Vertreter der AfD – öffentlich zerfleischt. Man lässt sich aussprechen und diskutiert relativ unaufgeregt in der Sache.
Doch je länger der Abend, desto anstrengender. Und das bekommt vor allem der BSW-Vertreterin gar nicht gut. Sie lässt die Manieren links liegen (was für eine Linke ja eigentlich recht bemerkenswert ist, aber das nur nebenbei) und unterbricht vor allem den AfD-Mann Jörg Urban, Partei-Chef in Sachsen, wann immer sie kann. Und das sehr dreist.
AMA, so wollen wir sie im Weiteren nennen, um das weltberühmte Box-Idol in Frieden ruhen zu lassen, AMA also ist im Abgrenzungsfieber. Allein die Tatsache, dass Markus Lanz die ein oder andere Parallele zwischen ihrer Partei BSW und der AfD zieht, macht ihr schwer zu schaffen. Sie beschließt, Urban zu unterbrechen, wann immer es geht, oder penetrant etwas im Hintergrund zu murmeln, sobald er auch nur den Mund aufmacht. Damit wird sie zum unentspannten Gegenbild einer Sahra Wagenkecht.
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