Die palästinensische Gruppe Heart of Falastin sprach in den sozialen Medien von einem klaren „Verstoß gegen Ethik und Machtmissbrauch“: „Nicht eine Person. Nicht zwei. Drei verschiedene Personen – und das auf einem Schiff auf dem Weg in ein Land, in dem angeblich Völkermord geschieht.“ Die New York Post titelt den Skandalfall auf Thunbergs Flotte mit „Lefty Love Boat“: Mehrere brasilianische und linke Kritikergruppen identifizierten den Beschuldigten als den 39-jährigen brasilianischen Aktivisten A. Er soll seine Frau und sein Kind in Brasilien zurückgelassen haben, um sich nun bereits zum vierten Mal an solchen Fahrten zu beteiligen – zweimal nach Gaza, einmal nach Kuba und nun wieder.
A. bestreitet die Vorwürfe vehement: „Das sind offensichtlich falsche Anschuldigungen, eine Schmutzkampagne“, teilte er per WhatsApp mit. Die Ethikkommission der Flottille habe alle Beteiligten befragt und bestätigt, dass nichts vorgefallen sei – man sei lediglich „Kameraden“. Eine der betroffenen Frauen, die Brasilianerin Lisi Proença, sprach in einem Instagram-Video von kulturellen Missverständnissen: Brasilianer seien eben sehr herzlich, umarmten viel und teilten sich auch gerne die Kabinen.
Die Flottillen-Organisation selbst erklärte, eine Untersuchung der bereits im November 2025 aufgetauchten Vorwürfe habe keine Beweise erbracht. Man habe nach den Reisen 2025 sogar eine professionelle „Ethikkommission“ aus Juristen eingesetzt, um künftig solche Fälle zu prüfen – und in anderen, nicht näher benannten Fällen bereits Disziplinarmaßnahmen ergriffen. Dass Disziplinarmaßnahmen folgen mussten, wirkt aber wie ein Eingeständnis systematischer Probleme.
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