Literatur-Nobelpreis für wokes Werk einer Südkoreanerin: Vegetarierin erlebt Gewalt und will Pflanze werden

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Literatur-Nobelpreis für wokes Werk einer Südkoreanerin: Vegetarierin erlebt Gewalt und will Pflanze werden
Bildquelle: NiUS

Wieder einmal hat das Nobelkomitee den Literatur-Preis an eine eher unbekannte Person vergeben – die Südkoreanerin Han Kang. In ihrem bekanntesten Werk geht es um eine Frau, die kein Fleisch mehr isst, dafür angefeindet wird und davon träumt, sich selbst in eine Pflanze zu verwandeln. Um am Ende selbst gegessen zu werden? Ach, egal.

Yong-Hye, eine unscheinbare Frau mit Topfschnitt und Schlupflidern, hat einen furchtbaren Traum und beschließt, sich fortan vegetarisch zu ernähren. Schon der Geruch von Fleisch stößt sie ab. Ihre Familie reagiert mit Unverständnis und Aggressivität. Die Frau wird zunehmend passiver. Sie genießt es, nackt zu sein, entblößt sich in der Öffentlichkeit. Irgendwann will sie gar nichts mehr essen. Ihre Ärzte diagnostizieren Magersucht und Schizophrenie. Yong-Hye steigert sich in die Vorstellung hinein, selbst zur Pflanze zu werden und glaubt, nur mit Wasser überleben zu können. Nach einem Versuch der Zwangsernährung mit Reissuppe landet Yong-Hye auf der Intensivstation.Das könnte der Plot eines experimentellen, leicht bizarren „Kleinen Fernsehspiels“ im ZDF sein, ist aber tatsächlich die Rahmenhandlung des Romans „Die Vegetarierin“, des bekanntesten Werkes der südkoreanischen Autorin Han Kang. Gestern gab das Literaturnobelpreis-Komitee der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt, dieses Jahr Han Kang auszuzeichnen. Rund 200 Namen standen nach Auskunft der Akademie diesmal auf der erweiterten Kandidatenliste (die traditionell 50 Jahre lang unter Verschluss gehalten wird). Gute Chancen waren zuvor dem aus Indien stammenden britisch-amerikanischen Schriftsteller Salman Rushdie eingeräumt worden, der den Nobelpreis aber wahrscheinlich als auf der Todesliste extremistischer Muslime stehender Islamkritiker ebenso wie der Franzose Michel Houellebecq niemals bekommen dürfte.

Han Kang lebte selbst eine Weile vegetarisch und fand es eher amüsant, wie ihr Umfeld darauf reagierte

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