Es ist ein typisches Schauspiel westlicher Selbstüberschätzung. Hunderte selbsternannte „Aktivisten“ machen sich auf, um in einem politisch wie sicherheitstechnisch hochsensiblen Grenzgebiet Stimmung für eine Sache zu machen, von deren Geschichte, Problematik und deren Tragweite sie nichts, aber wirklich absolut nichts wissen. Und viel schlimmer, auch gar nichts wissen wollen.
Ausgerüstet mit hohlen Schlagworten, deren Sinn sie auf Nachfrage natürlich nicht erklären könnten, die sie in den Komfortzonen ihrer westlichen Universitäten und Subkulturen aufgeschnappt haben, versuchen sie, den Grenzübergang Rafah zu erreichen. Dass dies ein schwerwiegender Verstoß gegen die Souveränität Ägyptens ist, scheint ihnen nicht bewusst zu sein. Und sollte irgendwo in diesen Köpfen, in denen die auswendig gelernten Parolen hin und her dröhnen, ein Funke dieser Problematik erkannt worden sein, wird er ignoriert. Den wohlstandsverwahrlosten Schreihälsen ist so etwas aber egal.
Dabei ist es nicht das erste Mal, dass westlich-links-woke Aktivisten mit einer Mischung aus hyper-moralischem Sendungsbewusstsein und politischer Ahnungslosigkeit aufmarschieren. Doch dieses Mal ist es besonders brisant. Ägypten, ohnehin von innerer Instabilität bedroht und eingebunden in eine heikle geopolitische Lage, warnt zu Recht: Derartige Aktionen gefährden die nationale Sicherheit. Und auch Israel, dessen Soldaten auf der anderen Seite des Grenzübergangs agieren, erkennt in solchem Mummenschanz eine gezielte Provokation.
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