„Mein Mann, der Schwurbler“: Wie die SZ aus einem medienkritischen Familienvater einen Verschwörungstheoretiker macht

vor 10 Monaten

„Mein Mann, der Schwurbler“: Wie die SZ aus einem medienkritischen Familienvater einen Verschwörungstheoretiker macht
Bildquelle: NiUS

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über eine Professorin, die nicht nur an „Long Tagesschau“ leidet, sondern vor allem an ihrem Ehemann, der freie Medien konsumiert. Das kann ja nur ein abgehängter Loser sein!

Man liest es immer wieder, gern kurz vor Ostern oder Weihnachten: „Hilfe, mein Onkel ist ein Schwurbler! So bleibt Weihnachten trotzdem friedlich“ (Hamburger Morgenpost), „Verschwörungsmythen – Was tun, wenn Familie und Freunde abdriften?“ (SWR), „Was Sie tun können, wenn der Freund auf Abwegen ist“ (Focus), „Hilfe, mein Kollege ist ein Querdenker!“ (GQ), „Verschwörungsmythen – Was tun, wenn Familienmitglieder abdriften?“ (Deutschlandfunk), „Leben mit Verschwörungsgläubigen – Hilfe für Freunde und Angehörige“ (nochmal Deutschlandfunk), „Der Verschwörungstheoretiker in meinem Bett“ (NZZ), „Was Sie tun können, wenn der Freund auf Abwegen ist“ (t-online).

Experten aus dem Juste Milieu erläutern dann, wie man es aushält, dass jemand im nahen Umfeld eine andere Meinung hat, und warum diejenigen, die sich nicht nur von Tagesschau und Zeit beschallen lassen, psychologische Hilfe benötigen. Nur eine Frage wird nie gestellt: Wäre das nicht ein Anlass, die eigenen Einstellungen zu hinterfragen? Zumindest die Möglichkeit – rein theoretisch – zuzulassen, dass man selbst auf dem falschen Dampfer ist?

Ganz heiße Story: Frau leidet unter politisch „abgedriftetem“ Ehemann.

Nicht in der Süddeutschen Zeitung, die mit der Story „Mein Mann, der Schwurbler“ ein Paradebeispiel für Selbstgerechtigkeit bietet. Sie handelt von einer Akademikerin (Professorin in Berlin), im Text mit dem Pseudonym Janne Kern versehen, denn dass ihr Mann „Blubber-Medien“ konsumiert statt des Staatsfunks, ist ihr furchtbar peinlich.

„Kerns Mann glaubt an den großen Bevölkerungsaustausch. Er hasst die EU. Er liebt Donald Trump. Er leugnet den Klimawandel. Er sagt ‚die da oben‘. Er glaubt, dass die Mauer an der US-Grenze die Mexikaner schützen wird. Er denkt, dass Corona im Labor entstanden ist.“

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von NiUS

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von NiUS zu lesen.

Weitere Artikel