Meinungsfreiheit ist der Rohstoff der Meinungsforschung

vor etwa 1 Jahr

Meinungsfreiheit ist der Rohstoff der Meinungsforschung
Bildquelle: Tichys Einblick

Obwohl Meinungsforschung aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken ist, weil sie auch in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt Orientierung anbietet, besitzen doch die wenigsten Menschen eine Vorstellung davon, wie die Aussagen der Meinungsforscher zustande kommen, denn außer Fachliteratur existiert im populären Bereich kaum Aufklärung über dieses wichtige Thema. Empfehlenswert ist Binkerts Buch, das keine Selbstbeweihräucherung darstellt, auch deshalb, weil es sachlich, klug, ehrlich und im Stil elegant die terra incognita Meinungsforschung vermisst und zutreffend darstellt. Es bietet also nicht nur Aufklärung, sondern auch ein Lesevergnügen. Hinzu kommt, dass ich aus jahrelangem Umgang mit Meinungsforschung, insbesondere mit Wahlumfragen und der Sonntagsfrage, die Erfahrung gemacht habe, dass INSA von großer Verlässlichkeit ist und bisher in den Umfragen dem Wahlergebnis am nächsten kam. (Für den, der es nachprüfen will: das gilt auch für die Bundestagswahl am 25. Februar.)

Für Politiker wie Bürger, für Produzenten wie Konsumenten sind Meinungsumfragen so wichtig wie für Börsianer und Aktienanleger, ob privat oder institutionell, der Börsenindex, Dow Jones oder Dax. Meinungsumfragen bilden, wenn sie korrekt durchgeführt werden, die Wirklichkeit ab, zumindest bieten sie eine Momentaufnahme der Stimmungslage der Nation. Und um das Richtige zu tun, muss man das Richtige auch wissen.

Bleiben wir im Bereich der Politik. Meinungsumfragen, besonders, wenn es um die berühmte Sonntagsfrage geht, um die Beliebtheit von Politikern, um die Problemfelder, die für die Wähler am wichtigsten sind und darum, wie viel oder wie wenig die Bürger Vertrauen in die Regierung oder die politische Entwicklung haben, nehmen Einfluss auf die Politikplanung, auf die Taktik der Parteien, die Wahlen gewinnen und möglichst viele ihrer Funktionäre versorgen wollen. Meinungsumfragen beeinflussen überdies Wahlen, weil Wähler ihre Stimme nicht verschenken möchten.

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