Bis vor einem Jahr beherrschte der Streit über weitreichende deutsche Taurus-Marschflugkörper für die Ukraine die innenpolitische Debatte. Jetzt erteilte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sich selbst eine Absage.
Dabei ist es noch gar nicht allzu lange her, da wollte Merz, damals noch Unions-Fraktionschef, der Ukraine „lieber heute als morgen“ weitreichende deutsche Marschflugkörper vom Typ Taurus liefern. Davon will er jetzt – zum Glück – nichts mehr wissen.
Zuletzt bei einem Besuch in Kiew im Dezember 2024, wenige Wochen vor der Bundestagswahl im Februar 2025, hatte Merz dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj das Versprechen gegeben, unter einer Unions-geführten Regierung werde Berlin mit der Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern nicht zögern. In dieser Woche vollzog der Kanzler bei der Regierungsbefragung im Deutschen Bundestag eine 180 Grad-Wende: Die Ukraine sei heute „besser bewaffnet als je zuvor“ – sie brauche den Taurus nicht mehr.
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