Bundeskanzler Friedrich Merz tut sich selbst leid, wie er dem Spiegel erklärt. Er werde in der Öffentlichkeit, insbesondere im Netz, hart und auch „unter der Gürtellinie“ angefeindet, schildert er dem Magazin. „Schröder hatte mit hartem Widerstand zu kämpfen, aber er wurde nicht so angefeindet, wie ich angefeindet werde. Ich bin nur gelegentlich auf Social Media unterwegs. Aber wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen“, sagte Merz. Er wolle sich nicht darüber beschweren, sagte er danach. Es sei aber so.
Dies läge auch an seiner Ehrlichkeit, drückte Merz aus. „Ich muss und will der Bevölkerung sagen: Wir können nicht einfach so weitermachen wie in den letzten 20 Jahren. Ich nehme dabei in Kauf, dass ich dafür angefeindet werde“, sagte er. Er sei der erste Kanzler, der der Bevölkerung nicht die Unwahrheit erzähle, meinte Merz. „Vielleicht kann ich es netter verpacken, vielleicht kann ich es freundlicher sagen. Aber die Lage ist so herausfordernd, dass ich mich dem nicht entziehen werde.“
Im Interview mit dem Spiegel beklagte Merz auch die Erwartungshaltung der Bevölkerung. „Man darf nicht über Nacht schnelle Erfolge erwarten, aber genau das erhofft natürlich die Bevölkerung. Die Erfolge werden sich erst mit der Zeit einstellen“, mahnte er. Im Wahlkampf war es Merz gewesen, der stets sofortiges Handeln, Basta-Politik und Machtworte versprochen hatte. Jetzt sagt er, „dass auch Machtworte, nach denen so oft gerufen wird, selten zum Erfolg führen.“
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











