Nach der Wahl ist vor der Wahl: Wer glaubte, beim Wahl-Krimi in Baden-Württemberg schon das ultimative Politik-Drama erlebt zu haben, der darf sich auf einen mindestens ebenso spannenden Urnengang am 22. März in Rheinland-Pfalz freuen. In einer Art kleiner Bundestagswahl stehen sich im Rennen um den Mainzer Landtag die beiden bundespolitischen Regierungsparteien Union und SPD in einem spektakulären Showdown gegenüber. Derzeit liegen Union (28 Prozent) und die SPD mit Ministerpräsident Alexander Schweizer (27 Prozent) nahezu gleichauf.
Das Problem: Für CDU und SPD geht es in Rheinland-Pfalz um alles. Hatte die Union in Baden-Württemberg in einem dramatischen Kopf-an-Kopf-Rennen die Wahl um einige Stimmen an die Grünen verloren und damit den erhofften Auftakt-Sieg im Wahljahr 2026 vergeigt, so war die SPD im „Ländle“ gar auf existenzbedrohliche 5,5 Prozent abgesackt.
Mit anderen Worten: Union und SPD brauchen an Rhein und Mosel dringend einen Sieg, um die Moral der eigenen Anhänger irgendwie hochzuhalten und nicht in Selbstzweifel und Selbstzerfleischung zu verfallen. In der SPD werden die Flieh-Kräfte kaum noch unter Kontrolle zu halten sein, sagen Insider zu NIUS. Nach wie vor werden Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger als mögliche Nachfolger an der Parteispitze oder gar als Kanzlerkandidaten gehandelt. Da aber beide bereits intern abgewunken haben, bleibt es trotz der Schlappe von Stuttgart derzeit (noch) ruhig in der SPD.
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