Die Stromsteuersenkung sollte Privathaushalte und Unternehmen gleichermaßen entlasten – aber dieses Wahlversprechen hielt die Union nur für Unternehmen ein. Doch auch für diese ist der Effekt der Steuerreduktion nach neuen Erkenntnissen nur marginal. Laut Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) würden lediglich 15 Prozent der Unternehmen in Deutschland von der neuen Regelung profitieren.
Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der DIHK, sieht ein klares Ungleichgewicht in der politischen Prioritätensetzung. „Die Politik vermittelt den Eindruck: Für alles ist Geld da, aber nicht für die längst überfällige Entlastung der Betriebe bei den Strompreisen“, erklärte er gegenüber dem Pioneer. Unternehmen bräuchten jedoch Planungssicherheit, betont Dercks. Insbesondere mittelständische Betriebe müssten wissen, mit welchen Energiekosten sie kalkulieren können. Auch die angekündigte Abmilderung der Netzentgelte solle zügig umgesetzt werden. „Die Bundesregierung muss nun verlorenes Vertrauen wiederherstellen“, so Dercks weiter.
Nach aktuellen Berechnungen der DIHK wird die geplante Stromsteuersenkung nur einen kleinen Teil der Wirtschaft entlasten. Profitieren würden vorrangig das produzierende Gewerbe sowie die Forst- und Landwirtschaft, das entspricht laut DIHK nur etwa 15 Prozent aller Unternehmen in Deutschland.
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