„Die Politik schreitet dagegen nicht ein und opfert lieber ein Unternehmen“: Messebetreiber beklagt massive Drohungen vor Gründungsparteitag der AfD-Jugend in Gießen

vor 8 Monaten

„Die Politik schreitet dagegen nicht ein und opfert lieber ein Unternehmen“: Messebetreiber beklagt massive Drohungen vor Gründungsparteitag der AfD-Jugend in Gießen
Bildquelle: NiUS

Ein SPD-Oberbürgermeister, die „Zivilgesellschaft“ und Linksradikale setzen in Gießen einen Messebetreiber unter Druck, der seine Halle für den Gründungsparteitag der neuen AfD-Jugend zur Verfügung stellt. Während der Unternehmer sich „zutiefst erschüttert über das Verhalten von Medien, Politik und Teilen der Gesellschaft“ zeigt, kündigen Hotels AfD-Politikern ihre Unterkunft, springen Caterer ab und drohen Linksextremisten offen mit Gewalt.

In knapp zwei Wochen herrscht in Gießen der Ausnahmezustand. Am 29. November will sich die im Frühjahr aufgelöste Jugendorganisation der AfD in der hessischen Universitätsstadt neu gründen. Die linke Szene mobilisiert massiv – und das deutschlandweit. Auf dem linksextremen Portal Indymedia wird bereits mit Gewalt gedroht: „Egal ob wir in der Messehalle die Durchführung sabotieren, ob wir die Autobahnen stilllegen, die Stadt Gießen zum Brennen bringen, oder in anderen Städten solidarische Aktionen machen – wir widersetzen uns alle.“

In Gießen herrscht am 29. November der Ausnahmezustand.

Die vergangenen Wochen waren bereits geprägt von zahlreichen Hassbekundungen und Drohungen – nicht nur gegen die AfD und ihre Vertreter, sondern auch gegen den neutralen Veranstalter, der die Messehalle zur Verfügung stellt und mit der Partei nichts am Hut hat. In der Lokalpresse wird der Bösewicht bereits markiert.

Die Gießener Allgemeine spricht vom „umstrittenen Messebetreiber“ Roland Zwerenz, der Schuld daran sei, „dass die AfD ihre Veranstaltung in Gießen abhalten kann“. Zwerenz gründete 1997 mit seiner Frau Beate die Messe Gießen GmbH und führt seitdem ein 44.000 m² großes Gesamtareal mit zwei großen Hallen. Dem Unternehmer-Ehepaar gehört auch das Messegelände in Halle, wo kürzlich die Buchmesse „Seitenwechsel“ stattfand.

Vor wenigen Tagen machte der Messebetreiber in einem offenen Brief auf den Hass und die Anfeindungen auf sein Unternehmen aufmerksam. „Wir sind zutiefst erschüttert über das Verhalten von Medien, Politik und Teilen der Gesellschaft, die am Ende immer weiter polarisieren, Hass und Hetze verstärken“, heißt es darin. „Die Politik schreitet dagegen nicht ein und opfert lieber ein Unternehmen und dessen Mitarbeiter.“

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