Nun ist es endgültig aus – schneller als gedacht. Das Fußballvolk und die „Bild“ haben die Entscheidung wohl forciert, so tief sitzt der Frust. Julian Nagelsmann wurde an die Wand genagelt, auch weil der DFB-Coach dieser Tage gezeigt hat, dass man für eine politische Karriere gar kein Parteibuch braucht. Es reicht offenbar ein Mikrofon.
Auf die Frage, ob er nach dem blamablen WM-Aus seinen Rücktritt in Erwägung ziehe, kam keine klare Antwort. Stattdessen folgten Gegenfragen, Ausweichmanöver und schließlich der Satz des Tages: „Ich bin keiner, der hinschmeißt. Wenn der DFB nicht mehr mit mir plant, muss er mir das sagen.“
Ein Satz, der klingt, als wäre er direkt aus einem Seminar für Krisenkommunikation gefallen. Übersetzt bedeutet er ungefähr: Ich bleibe so lange sitzen, bis jemand den Stuhl unter mir wegzieht.
Dabei hätte man durchaus argumentieren können, dass der Bundestrainer selbst ein Zeichen setzt. Deutschland schied früh aus, spielerisch blieb vieles Stückwerk, die Stimmung wirkte angespannt. Aus dem Umfeld war immer häufiger zu hören, dass Nagelsmann längst nicht mehr jeden Spieler und auch nicht mehr die gesamte Kabine hinter sich habe. Ob das stimmt? Offiziell natürlich nicht. Inoffiziell reden im Fußball bekanntlich immer alle – nur nie öffentlich. Also: aussitzen.
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