„Moralische Gesichtspunkte“: Jetzt kündigen Banken sogar Sportwaffenhändlern die Konten

vor 7 Monaten

„Moralische Gesichtspunkte“: Jetzt kündigen Banken sogar Sportwaffenhändlern die Konten
Bildquelle: Apollo News

„Leider haben wir nach sorgfältiger Prüfung festgestellt, dass wir Ihr Konto aufgrund aufsichtsrechtlicher Bestimmungen mit einer Frist von 60 Tagen schließen müssen.“ Diese Nachricht erreichte T., den Inhaber eines Fachgeschäfts für Sport- und Jagdwaffen, völlig unvermittelt. Es ist eine stille Form der Politisierung des Finanzwesens, der wenig Beachtung geschenkt wird und gegen die sich die Betroffenen kaum wehren können: die Kündigung von Bankkonten, weil die Geschäftsfelder nicht den „Compliance-Regeln“ entsprechen. Auch rechte Politiker, Journalisten und Regierungskritiker sind immer wieder von Kontokündigungen betroffen (mehr dazu hier).

Während Präsident Donald Trump in den USA seit dem 7. August per Anordnung dafür sorgt, dass Banken Kunden aus religiösen oder politischen Gründen kein Konto verweigern oder kündigen dürfen, kommt es in Deutschland immer öfter genau dazu. Betroffen sind unter anderem Händler von Jagd- und Sportwaffen sowie Sportschützen. Der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) wies in einer Pressemitteilung Ende Juni darauf hin. „Beim VDB gehen in jüngster Zeit vermehrt Berichte von Mitgliedern ein, die Probleme mit Banken und Sparkassen haben“, heißt es.

Und weiter: „Da wird Existenzgründern die Eröffnung eines Geschäftskontos verweigert, es werden Kredite für zukunftsweisende Investitionen verwehrt oder es werden bestehende Geschäftsbeziehungen mit langjährigen, stets solventen Kunden plötzlich gekündigt.“ Rund 1.800 Mitglieder gehören dem Verein an. Es handelt sich größtenteils um mittelständische Unternehmen.

Apollo News konnte mit zwei betroffenen Waffenhändlern und einem betroffenen Sportschützenverein sprechen, denen Konten gekündigt oder die Eröffnung eines Kontos wegen ihres Berufes verweigert wurde. Aus Furcht vor weiteren Kontokündigungen und Schäden für ihr Unternehmen baten alle drei darum, anonym zu bleiben. Die Kündigungsschreiben der Banken und der Schriftverkehr liegen Apollo News vor. Die Bank Finom wollte sich mit Verweis auf Datenschutzbestimmungen nicht zu dem sie betreffenden Fall äußern. Eine Sprecherin wies darauf hin, dass die Bank als reguliertes Finanzinstitut an strenge Regeln gebunden sei. Pressesprecher von Commerzbank und der Fyrst-Bank teilten gegenüber Apollo News mit, man äußere sich zu Kundenbeziehungen nicht.

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