Die Präsidentin des Verbands Die Familienunternehmer, Marie-Christine Ostermann, zeigt sich enttäuscht von der Wirtschaftspolitik des Bundeskanzlers. Sie fordert von ihm, dass er die Vertrauensfrage stellen solle, um die SPD auf den Unionskurs zu bringen. „Dem Mittelstand beim Sterben zuzusehen, das können und dürfen wir nicht akzeptieren“, sagt sie im Interview mit der Rheinischen Post am Mittwoch.
2025 habe es noch Aufbruchsstimmung gegeben. „Umso größer ist jetzt die Enttäuschung nach einem Jahr: Fast nichts wurde umgesetzt, die Lage wird immer schlimmer.“ Arbeitsplätze gingen in Deutschland verloren, Investitionen flössen ins Ausland. Angesichts dessen fordert sie eine Rentenreform, die Anreize zum längeren Arbeiten schafft. Außerdem brauche es auch eine Reform der Einkommensteuer. „Aber der Staat muss sparen, statt die Gegenfinanzierung über noch mehr Belastung am oberen Ende zu organisieren.“
Damit der Staat sparen könne, müssten Investitionen gekürzt werden, notfalls pauschal um zehn Prozent. Doch damit die Pläne umgesetzt werden können, muss die SPD mitziehen und darf nicht weiter blockieren. Friedrich Merz müsse bereit sein, „alles in den Ring zu werfen und die Vertrauensfrage im Bundestag zu stellen“, sagt Ostermann. „Das wäre dramatisch, weil nach der gescheiterten Ampel auch die nächste Regierung scheitern könnte.“
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