Nach dem Ausscheiden der Ökonomin Ulrike Malmendier aus dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind innerhalb des Gremiums erhebliche Spannungen deutlich geworden. Ratsmitglied Veronika Grimm hat sich öffentlich von einer Erklärung des Rates distanziert, die „Verwunderung und allergrößtes Bedauern“ über die vorzeitige Beendigung von Malmendiers Amtszeit nach nur dreieinhalb Jahren zum Ausdruck brachte.
Grimm ließ auf der Plattform X am Montag wissen, dass sie sich dieser Auffassung nicht anschließe. Die Auswahl der Mitglieder obliege ausschließlich den politischen Verantwortlichen, nicht dem Rat selbst. „Eine öffentliche Stellungnahme des Rates zu seiner eigenen personellen Zusammensetzung gehört daher nicht zu seinem Mandat“, betonte sie und ergänzte: „Auch persönlich werde ich mich hierzu nicht wertend äußern.“
Veronika Grimm selbst steht 2027 vor Amtsende und positioniert sich als eher konservative Stimme im Rat. Bereits früher sorgte ihr Engagement als Aufsichtsratsmitglied bei Siemens Energy für Kritik unter Kollegen, die ihre Neutralität anzweifelten – eine Vorhaltung, die Grimm zurückwies. Nach Malmendiers Ausstieg ist der Sachverständigenrat nur noch vierköpfig: Vorsitzende Monika Schnitzer aus München leitet das Gremium, ergänzt durch Grimm, Achim Truger sowie Martin Werding.
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