„Gegen rechts“-Demonstrationen, Klimawandel, Migration: Das „Haus der Geschichte“ in Bonn hat seine Dauerausstellung grundlegend überarbeitet und will Deutschlands Gegenwart erzählen. Doch eine Info-Tafel macht stutzig: Dort wird die Erzählung des Correctiv-Artikels übernommen, dass die AfD deutsche Staatsbürger abschieben will. Dabei wurde längst belegt, dass es sich dabei nicht um Fakten handelt. NIUS war vor Ort und hat sich die Ausstellung interessiert angeschaut. Es zeigt sich: Gewalt von Links, Islamismus oder Probleme mit Migration werden übergangen.
NIUS war im neu gestalteten Bonner Museum. Schauen Sie hier:
Schlendert man vorbei an einer meterlangen, von der Decke baumelnden Schwarz-rot-gold-Flagge, an der Bundes- und Europahymne, die aus einem TV ertönt, patriotischen Bannern aus Zeiten der Wiedervereinigung Deutschlands und ergreifenden Aufnahmen vom neunten November 1989, dem Tag des Mauerfalls, kommt man den vierten von insgesamt fünf Zeiträumen mit dem Namen „1990-Heute“.
Zwischen Pappschildern, die von Demos „gegen rechts“ stammen und einem Screen, der TikTok-Aufnahmen von jenen Protesten zeigt, findet der Museumsbesucher ein Info-Schild, das mit „Demokratie-Demos“ tituliert ist. Darunter wird Bezug genommen auf Artikel „Geheimplan gegen Deutschland“ des Correctiv-Kollektivs, von dem längst kristallklar ist, dass dort Fake News verbreitetet wurden.
Auf dem Schild steht wortwörtlich: „2024 enthüllte das Medienunternehmen Correctiv Pläne der AfD zur sogenannten Remigration: Deutsche mit Migrationsgeschichte und Eingewanderte sind Ziel von rechtsextremer Hetze und Abschiebeplänen.“
Im Bereich „1990 bis heute“ geht es auch um die Demonstrationen „gegen rechts“. Hier wird auf den Correctiv-Artikel mit dem Titel „Geheimplan gegen Deutschland“ Bezug genommen.
Mittlerweile wurde belegt, dass es auf dem Treffen in der Potsdamer Villa nie einen „Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger“, wie das von teilweise staatlichen Förderprogrammen finanzierte Medium geschrieben hatte. Der Artikel rief unter Lesern den Eindruck hervor, dass auf dem Treffen Deportationspläne besprochen worden seien.
Bei der Verhandlung vor dem Landgericht Hamburg gab Correctiv selbst zu, dass der Satz nicht wörtlich gemeint war. Er sei lediglich eine Wertung gewesen. Doch der Schaden war angerichtet: der öffentlich-rechtliche Rundfunk – Tagesschau und das ZDF heute-Journal – verbreiteten die falschen Suggestionen des Berichts. Die ÖRR-Moderatorin sprach von „Deportation von Millionen Menschen, auch solcher mit deutscher Staatsbürgerschaft“ als wäre das ein Faktum, das auf dem Treffen besprochen wurde.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











