Nach massiven Ausschreitungen bei den Protesten gegen die Gründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Gießen hat Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) eine deutlich höhere Verletztenbilanz vorgelegt als bislang bekannt. Mehr als 50 Polizisten seien verletzt worden, erklärte der Minister zwei Tage nach dem Einsatz. Schwerverletzte gab es seinen Angaben zufolge nicht. Die Verletzungen reichen von Handbrüchen über Schäden durch Böller, Schädelprellungen, Tritte und Überrennen bis hin zu Frakturen. Auch zivile Beamte seien eingekesselt worden.
Bis Sonntagabend war die offizielle Zahl verletzter Polizisten noch deutlich niedriger. Zunächst hatte die Polizei von zehn bis 20 verletzten Beamten gesprochen, später war zeitweise nur von zehn leicht verletzten Polizisten die Rede. Angesichts der dokumentierten Gewalt wirkten diese Zahlen außergewöhnlich niedrig. Poseck zufolge gab es im Zusammenhang mit dem Einsatz drei Festnahmen, nahezu 200 Identitätsfeststellungen sowie 60 Durchsuchungen.
Am Samstag waren laut Bild-Zeitung etwa 6.000 Polizeibeamte aus dem gesamten Bundesgebiet in Gießen im Einsatz. Die Demonstrationen begannen in den frühen Morgenstunden mit Blockaden auf Autobahnen, Bundesstraßen und Zufahrtswegen zur Hessenhalle. Insgesamt registrierte die Polizei 15 Blockadeaktionen, von denen fünf durch Einsatzkräfte geräumt wurden. Bei einer Blockade kam es zu einem Auffahrunfall mit einem Rettungswagen. Laut Ministerium zählten die Behörden rund 1.000 gewaltbereite Personen unter den 25.000 Demonstrierenden.
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