Sollten Sie angesichts der Lage der Nation unter Kopfschmerzen leiden, können Sie natürlich ein Heidengeld für Massage und Physiotherapie ausgeben – oder Sie lesen Stephan Paetows gesammelte Sonntagskolumnen, die das Jahr Revue passieren lassen: Vom steten Kopfschütteln lösen sich die Verspannungen ganz von allein, versprochen. Andererseits könnte sich als Nebenwirkung latente Weltverachtung einstellen:
Denn wenn der Irrsinn, der sich Tag für Tag in Deutschland manifestiert, etwas Gutes hat, dann, dass der Bundesbürger nie lang über einen Politwahnsinn nachsinnen kann, da der nächste bereits über ihn hereinbricht. Unsere Politiker bemühen sich redlich, ein atemberaubendes Feuerwerk an Idiotien über uns niedergehen zu lassen, so dass wir uns auf gar keinen Fall langweilen: Ein Skandal überlagert den andern, ein abstruses politisches Vorhaben verdrängt das nächste, und die Säue, die unablässig durchs Dorf gejagt werden, sind kaum noch voneinander zu unterscheiden.
Und so würde sich unerbittlich das Vergessen über die Geschehnisse der vergangenen Woche, des vergangenen Monats, des vergangenen Jahres senken, verdrängt von immer neuen Tollheiten. Ja, wenn da nicht der scharfe Beobachter eben jenes Irrsinns wäre, der unverdrossen festhält, was uns ärgert; dem nichts entgeht, und der uns nichts erspart.
ANGST IN ANKARA: Gutes Gespräch mit Putin ‒ Was hat Trump auf NATO-Gipfel vor? | WELT LIVESTREAM











