Nie mehr CDU!

vor mehr als 1 Jahr

Nie mehr CDU!
Bildquelle: NiUS

Die CDU verspielt gerade die Restbestände ihrer Glaubwürdigkeit, die Quittung wird sie in den acht Landtagswahlen bekommen, die im kommenden Jahr anstehen. Wer wird sich noch für einen weiteren Wahlkampf hergeben, angesichts einer Parteispitze, die nicht nur die Wähler getäuscht hat, sondern vor allem auch ihre eigenen Mitglieder?

„Das erste Mal wählen gewesen und gleich verarscht worden. Nie mehr CDU“. Junge Menschen können wunderbar ehrlich die Dinge zusammenfassen, für die Erwachsene oft deutlich mehr umständliche oder gar relativierende Sätze benötigen. Das Zitat stammt von meinem Sohn, nachdem wir gemeinsam das Ergebnis der Bundestagsabstimmung zur Grundgesetzänderung im Fernsehen verfolgten, die seiner Generation den größten Schuldenberg der Nachkriegsgeschichte aufbürden wird. Danke für nichts, liebe CDU, sage ich da auch als Mutter von vier und davon drei wahlberechtigten Kindern.

In den nächsten Umfragen werden wahrscheinlich noch viel mehr junge Menschen nach rechts rücken und dann wird es noch mehr Programme zur Rettung „unserer Demokratie“ geben, dabei braucht es weder Soziologen noch Wahlforscher, um zu erklären, dass es kein Wunder sein wird, wenn den sogenannten etablierten Parteien die jungen Menschen von der Fahne gehen. Die Jungwähler der CDU haben jetzt ein Lehrstück bekommen, dass Politik nur ein verlogenes Geschäft ist, bei dem man bei erster Gelegenheit über den Tisch gezogen wird. Dass es kaum 24 Stunden brauchte, bis die CDU nach der Wahl ihre Wähler und Mitglieder verrät, haben aber selbst Zyniker wahrscheinlich nicht für möglich gehalten. Das einzig Gute an der „Ent-Täuschung“ ist, dass man von einer Täuschung geheilt wurde.

Ich bin hochgradig entnervt von meiner eigenen Partei, liebe CDU, und ich bin nicht sicher, ob es der Parteispitze in Berlin eigentlich klar ist, welchen Flurschaden sie derzeit anrichtet, indem sie sich gerade mit astronomischen Summen die nächste Regierung zusammenkauft. Als Friedrich Merz großspurig „Whatever it takes“ in die Fernsehkameras sprach, war nicht unmittelbar erkennbar, dass er in Wahrheit gar nicht von der Wiederherstellung der Wehrfähigkeit Deutschlands sprach, sondern von den Kosten für den Einzug ins Bundeskanzleramt. Merz will Kanzler werden, koste es was es wolle. Und es kostet viel. Geld, aber auch Überzeugungen, Prinzipien und einstige Kernkompetenzen, die man der CDU zuschrieb.

Vertrauen verspielt: Die CDU-Führung muss sich für ihre Kehrtwende gegenüber Parteimitgliedern und Wählern rechtfertigen.

Carsten Linnemann erklärte als Generalsekretär einst, wir müssten wieder dorthin kommen, dass man nachts, wenn man geweckt wird in drei Sätzen erklären kann, wofür die CDU steht. Ich bin nicht sicher, ob auch nur ein einziges Präsidiums-Mitglied das auch mit viel Bedenkzeit gerade noch formulieren könnte, und gerade ist man nicht sicher, ob das, was man nachts aufzählt, morgens noch gilt. Wofür steht heute also die CDU, wenn ihre Wahlversprechen zur Schuldenbremse und zu den Grenzschließungen keine 24 Stunden überdauerten?

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