Jens Spahn ist auf Vorschlag von Friedrich Merz turnusmäßig nach einem Jahr als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wiedergewählt worden. Den früheren Bundesgesundheitsminister wählten laut übereinstimmenden Berichten 167 von 196 anwesenden Abgeordneten. 26 Mandatsinhaber wandten sich gegen Spahn, drei enthielten sich. Außerdem nahmen 12 Abgeordnete gar nicht erst an dem Wahlgang teil.
In der Unionsfraktion muss die gesamte Fraktionsführung stets nach einem Jahr wieder zur Wahl antreten. Diese Gelegenheit nutzten die Abgeordneten 2018: Der damals amtierende Vorsitzende Volker Kauder, ein Merkel-Vertrauter, wurde durch den zuvor unbekannten Finanzpolitiker Ralph Brinkhaus ersetzt. Für Beobachter kam der Erfolg in der Kampfabstimmung damals überraschend. Die Wiederwahl galt sonst als Formsache.
Dieses Schicksal ist Spahn mangels Gegenkandidaten erspart geblieben. 167 Abgeordnete entsprechen 85,2 Prozent der Anwesenden oder 80,2 Prozent aller Abgeordneten. Im letzten Jahr hatte Spahn noch die Unterstützung von 178 Abgeordneten erhalten. Die Zahl der Nichtunterstützer ist seit dem in allen Kategorien gestiegen: Es gab am Dienstag mehr Nein-Stimmen, mehr Enthaltungen und mehr Abwesenheiten.
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