Ökonom Fuest zieht vernichtendes Fazit: „Haben uns entschieden, ein Land zu sein, in dem Energie knapp ist“

vor 4 Monaten

Ökonom Fuest zieht vernichtendes Fazit: „Haben uns entschieden, ein Land zu sein, in dem Energie knapp ist“
Bildquelle: Apollo News

Der deutsche Top-Ökonom Clemens Fuest sieht Deutschland nicht auf einem Wachstumspfad und wählt überraschend deutliche Worte. Im Gespräch mit Focus Online rechnet Fuest mit der aktuellen Wirtschafts- und Finanzpolitik ab – und zerstört die Illusion einer Wirtschaftswende.

„Das bisschen Wachstum, das wir jetzt sehen, diese 0,8 Prozent, kommt im Grunde ausschließlich aus Staatsausgaben, aus den Ausweitungen des staatlichen Engagements. Wir haben keinen Aufschwung im privaten Sektor“, stellt Fuest fest. Die Investitionsoffensive, die Bundeskanzler Merz im vergangenen Jahr inszeniert hatte, hält er für genau das: eine Inszenierung. „Die Investitionen in Deutschland sinken, und zwar die Investitionen des privaten Sektors. Und die sind auch im letzten Quartal weiter gesunken. Also, da ist noch nichts gekommen.“

Dass der Bund mit seiner Massenverschuldung die Grundlage für einen Aufschwung legen würde, wie aus der Politik gern behauptet wird – laut Fuest ein „Mythos. Schulden sind eine Sache, die man irgendwann zurückzahlen muss, die also mit Zinsen belastet ist. Das ist etwas, was das Wachstum verlangsamt. Wenn Leute über Schulden reden, meinen sie oft Investitionen. Das sind aber zwei verschiedene Dinge. Investitionen sind gut fürs Wachstum, wenn sie effizient sind, aber Schulden sind eigentlich nur schlecht.“

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