Die OPEC+-Staaten haben sich am Sonntag bei einem virtuellen Treffen darauf verständigt, ihre Ölproduktion moderat zu erhöhen. Nach Angaben der Organisation wird die tägliche Fördermenge um 206.000 Barrel gesteigert. Zuvor hatte die OPEC+ die im Jahresverlauf geplanten Produktionsausweitungen vorübergehend gestoppt. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres war die Förderung bereits um 137.000 Barrel pro Tag angehoben worden. In ihrer offiziellen Mitteilung ging die Gruppe zwar nicht direkt auf den Konflikt ein, betonte jedoch, sie wolle die „Marktbedingungen weiter aufmerksam beobachten“.
Der leichte Produktionsanstieg dürfte den erwarteten Preisschub am Ölmarkt zwar etwas abmildern, doch Fachleute rechnen nicht mit einer nachhaltigen Wirkung. „Wir befinden uns an einem Punkt großer Unsicherheit“, erklärte Dan Pickering, Gründer und Chief Investment Officer bei Pickering Energy Partners. „In den nächsten 72 Stunden wird es wahrscheinlich viele Höhen und Tiefen geben.“
Iran soll zwar mehrere Nachbarstaaten angegriffen haben, bislang jedoch keine Ölanlagen anderer Länder wie bei früheren Eskalationen. Dennoch rechnen Experten mit einem Preisanstieg am Sonntagabend, da das Risiko einer Unterbrechung der Ölversorgung im Nahen Osten zunehme. Laut Pickering könnte der Preis in diesem Fall auf über 80 Dollar pro Barrel steigen – nach rund 70 Dollar am Freitag vor Marktschluss.
ANGST IN ANKARA: Gutes Gespräch mit Putin ‒ Was hat Trump auf NATO-Gipfel vor? | WELT LIVESTREAM










