Bei den Oscars 2026 gibt’s vor allem einen Verlierer: die Unterhaltung. Denn Hollywood hat sich selbst im Gesinnungsgefängnis eingemauert. Schon vor der 98. Verleihung hatte die Academy im Vorfeld um Respekt bei den Dankesreden gebeten. Die Sicherheitsmaßnahmen im Dolby Theater in Los Angeles sind hoch, die Angst vor Terror ist spürbar.
Überhaupt ist die Veranstaltung im Würgegriff des Wandels: Ab 2029 werden die Oscars nur noch auf YouTube übertragen. Host Conan O’Brien, zum zweiten Mal im Einsatz, startet vor 3500 Gästen mit einem Hinweis auf KI: Er sei der letzte menschliche Moderator, das Motto für den Abend müsse Optimismus sein.
Conan O’Brien neben Sterling K. Brown bei einer Performance am Klavier.
Den könnte Timothée Chalamet gut gebrauchen. Denn mit seiner abfälligen Bemerkung über Oper und Ballett („dafür interessiert sich kein Mensch“) hat der „Marty-Supreme“-Star sich die Chance auf einen der 3,9-Kilo-Goldjungen wohl vermasselt. Dafür geht er mit Kylie Jenner heim. Die Academy, bestehend aus mehr als 10.000 Mitgliedern, musste in 24 Kategorien abstimmen, in diesem Jahr sogar in der Kategorie Casting. Die Verleihung? Merkwürdig glanzlos. Letztes Jahr brannte Los Angeles. Jetzt brennt gefühlt die ganze Welt. Selbst die Gags sind müde: Leonardo DiCaprio (ist mit seiner aktuellen Freundin Vittoria Cerretti da) wird Meme-König. Den Oscar bekommt er aber nicht.
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