Papst Leo XIV. und Donald Trump und irdische Erlösungssehnsüchte

vor 3 Monaten

Papst Leo XIV. und Donald Trump und irdische Erlösungssehnsüchte
Bildquelle: Tichys Einblick

Papst Leo XIV. hat in dieser Woche das muslimische Algerien besucht. Dabei macht er mit einseitigen Aussagen auf sich aufmerksam:

Zum einen plädiert er mit dem Heiligenschein des Evangeliums für eine politische Appeasement-Ideologie, wenn er sagt: „Ich bin kein Politiker, ich spreche vom Evangelium. Den Führern dieser Welt sage ich: Schluss mit den Kriegen!“ Statt vernünftige und schlagende Argumente gegen den Krieg bringt Leo XIV. lediglich eine nebulöse und autoritäre Inanspruchnahme „des Evangeliums“.

Zum anderen sieht er keine Probleme bei der Gemeinschaft von Christen und Muslimen: „Die heutige Zusammenkunft beweist, dass wir lernen können, einander zu respektieren, miteinander in Harmonie zu leben und eine Welt des Friedens bauen zu können.“ Dabei steht der Papst als vermeintlicher „Stellvertreter Christi“ in weißem Talar neben einem hohen muslimischen Geistlichen in einer großen algerischen Moschee. Der muslimische Geistliche trägt in Partnerlook ebenfalls einen weißen Talar, der Reinheit und Erlösung symbolisiert. Meine afghanische Bekannte, die kein Kopftuch trägt und die darum keinen Kontakt zur Familie haben darf, hätte wohl nichts dagegen, wenn die frommen Wünsche des weiß gekleideten Papstes nicht nur heiße Luft wären.

Der Papst erinnert mich bei seiner Harmonie-Inszenierung an John Lennon, der in dem Video seines Liedes „Imagine“ aus der Dunkelheit heraustritt, um in einem weißen Haus, in einem weißen Raum, an einem weißen Klavier, an der Seite seiner weiß gekleideten Yoko Ono das Lied „Imagine“ zu singen. In diesem Lied geht es ebenfalls um die Erlösung der Welt in Frieden und Harmonie. Form und Inhalt sind bei dem katholischen Papst und dem gottlosreligiösen John Lennon erstaunlich ähnlich. Beide stehen als geistige Zwillinge für die Sehnsucht der Menschen nach Auflösung des weltweiten Bösen in Wohlgefallen.

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