Ungarn wählt am Sonntag ein neues Parlament, und für Viktor Orbán geht es dabei um alles. Der Ministerpräsident und seine Partei Fidesz könnten nach 16 Jahren an der Regierung von Péter Magyars Tisza-Partei abgelöst werden. Während oppositionellen Umfragen zufolge sogar ein Erdrutschsieg für Magyar möglich erscheint, liegt Orbáns Fidesz in regierungsnahen Erhebungen weiter vorn. Klar ist schon jetzt, dass die Abstimmung zu den wichtigsten Wahlen in der jüngeren Geschichte des Landes zählt. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntagmorgen bereits auf Rekordniveau.
Nach nur fünf Stunden hatten bereits 37,98 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben – rund zwölf Prozentpunkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt bei der letzten Parlamentswahl vor vier Jahren. Das Rennen um die Mehrheit bleibt damit spannend. In den jüngsten Umfragen ergab sich zuletzt ein geteiltes Bild: Während mehrere unabhängige Institute den Oppositionsführer Péter Magyar und seine Tisza-Partei vor Fidesz sahen, zeichneten regierungsnahe Erhebungen ein deutlich engeres Rennen oder sahen Orbáns Lager weiter vorn.
Je nach Institut liegen beide Parteien zwischen 30 und 50 Prozent, teilweise liegt Tisza mit zweistelligen Prozentpunkten vor Orbáns Partei. Dem Meinungsforschungsinstitut 21 Kutatóközpont zufolge hatte Tisza vor der Wahl einen komfortablen Vorsprung von 14 Prozentpunkten auf Fidesz. Andere Umfragen kamen auf ähnliche Werte. Das regierungsnahe Nézőpont-Institut sah jedoch Orbáns Fidesz mit 46 zu 40 Prozent vor Magyars Tisza-Partei.
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











