Jahrzehnte floss durch ukrainische Pipelines russisches Gas nach Mittel- und Osteuropa – doch damit wird im neuen Jahr Schluss sein. Im Ukraine-Krieg läuft das Transit-Abkommen zwischen Kiew und Moskau aus, manche europäische Länder warnen vor Gasmangellagen, der Kreml feixt über weitere Schäden für die europäische Wirtschaft.
Durch die Ukraine verlaufen mehrere Pipelines, die historisch viele ehemalige Ostblockstaaten versorgte. 2023 importierte die EU noch 15 Prozent ihres Gases über diese Pipelines aus Russland. Mehrere mittel- und osteuropäische Länder sind von der Gasversorgung Russlands fast abhängig. Österreich importierte 2023 zu rund zwei Dritteln russisches Gas. Ähnlich sieht es auch für Ungarn und die Slowakei aus. Betroffen von einem Gas-Stopp durch die Ukraine-Pipeline wären vor allem die Österreicher, Tschechen und Slowaken. Während Wien längst nach Alternativen zu den langfristigen, russischen Verträgen sucht, sind seine Nachbarn deutlich ärger betroffen.
Aber auch für Russland ist dieser verbleibende Export-Kanal nach Europa wichtig: Laut einer Analyse des Portals Bloomberg könnten Russland Einnahmen in Höhe von 6,5 Milliarden US-Dollar – etwa 5,9 Milliarden Euro – entgehen, wenn die Ukraine aufhört, russisches Gas nach Europa zu leiten. Kiew ist natürlich entschlossen, genau das zu tun, um Russland von wichtigen Einnahmen abzuschneiden. Der russische Gaskonzern Gazprom hatte erst in diesem Jahr erhebliche Verluste gemeldet.
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