Es ist wohl das Grausamste, was Eltern ihren Kindern antun können: Sie in einen Wald zu bringen und sie dort allein zurückzulassen.
So ist es geschehen in einem Waldstück zwischen der Stadt Alcácer und dem portugiesischen Badeort Comporta. Die beiden ausgesetzten Jungs sind erst drei und fünf Jahre alt. Sie wurden allein auf staubiger Straße gefunden, zu der sie sich durchgeschlagen hatten: Polizisten der portugiesischen Nationalgarde fanden sie: weinend, verzweifelt, auf der Suche nach Hilfe. Einer hielt sein Kuscheltier fest umklammert.
Die aus Frankreich stammenden Kinder erzählten ihre erschütternde Geschichte: Die Mutter und der Stiefvater hatten die Kleinen mit verbundenen Augen im Wald gelassen, angeblich als Teil eines Spiels. Als die Jungs die Augenbinden abnahmen, waren die Eltern nicht mehr da. Sie hatten den Kindern etwas Obst, Kekse und eine Flasche Wasser in den Rucksack gesteckt. Es war also kein Unglück oder ein Zufall, die Kinder allein im Wald zu lassen, sondern es geschah mit voller Absicht.
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