Einmal Nazi, immer Nazi: Wenn ein jüdischer Historiker aus einer Familie von Holocaust-Überlebenden den NS-Verstrickungen des Star-Dirigenten Herbert von Karajan nachspürt, klingt es nach einer erwartbaren Aufarbeitung mit Anklage und Enthüllung. Doch das jüngste Buch des Historikers, Publizisten und Bestseller-Autors Prof. Michael Wolffsohn „Genie und Gewissen. Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus“ ist alles andere als eine Standardbiografie. Es ist eine minutiöse und vor allem unbeirrte Faktensuche, wie Michael Wolffsohn im Gespräch bei „Schuler! Fragen, was ist“ erklärt.
Das ganze Interview sehen Sie hier:
„Es gehört ja zum guten Ton im dominanten Milieu der akademischen und der kulturellen Welt, dass jeder, der einem nicht passt, gleich ein Nazi war. Und zwar eben nicht nur Mitglied, sondern ein Überzeugungsnazi und so weiter.“ Gerade weil Wolffsohn es sich nicht leicht macht, entlastende Momente gewichtet und die Person des Musikers in das Beziehungsgeflecht seiner Zeit einordnet, ist er von Kritikern u.a. aus Österreich massiv kritisiert worden.
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